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Das Egoistische Gen des Evolutionsbiologen Richard Dawkins ist schon so etwas wie ein Klassiker. Das Buch erschien schon im Jahre 1976, hat aber trotzdem nichts von seiner Aktualität verloren. Die Jubiläumsausgabe aus dem Jahre 2006 ist daher gegenüber der Erstauflage inhaltlich unverändert.

Das Egoistische Gen (Richard Dawkins, Jubiläumsausgabe 2006, Spektrum Akademischer Verlag). Quelle: http://www.amazon.de/

Die im Buch vertretene Kernthese von Richard Dawkins gibt eine Antwort auf die Frage, wo bei der Evolution die Selektion ansetzt.  Dawkins macht sehr plausibel, daß die Selektion auf die einzelnen Gene als Träger der biologischen Information und nicht – wie zumeist angenommen – auf die einzelnen  Lebewesen wirkt. Die Gene, die am effektivesten für Kopien ihrer selbst sorgen, breiten sich auf Kosten der dabei nicht so effektiven Gene aus Allerdings konkurrieren die einzelnen Gene nicht nur, sondern oft kooperieren sie auch in sogennanten Genkomplexen, um sich gemeinsam besser zu vermehren. Genkomplexe kodieren für Teile oder auch für ganze Lebewesen, die dann als Überlebensmaschinen der Gene dienen. Daraus ergibt sich die prinzipielle Möglichkeit eines „Interessengegensatzes“ zwischen den Genen und den aus ihnen hervorgehenden Lebewesen. Was der Vermehrung seiner Gene dient, kann durchaus das Überleben des Lebewesens selbst gefährden. Wichtig ist nur, daß zuvor noch möglichst viele Nachkommen als Träger der Gene gezeugt werden konnten. Manchmal agieren Gene (oder Genkomplexe) aber auch außerhalb von Lebewesen auf eigene Faust. Als Viren ohne eigenen Stoffwechsel nehmen sie dann die Stoffwechselmaschinerie von Lebewesen in Beschlag und benutzen diese zu ihrer eigenen Vermehrung.

Jens Christian Heuer

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