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Posts Tagged ‘Bewußtsein’

Im Jahre 1976 veröffentlichte der US-amerikanische Psychologieprofessor Julian Jaynes (1920-1997) ein Buch mit einem kompliziert klingenden Titel (The Origin of Consciousness in the Breakdown of the Bicameral Mind, deutsch: Der Ursprung des Bewußtseins durch den Zusammenbruch  der Bikameralen  Psyche) und einer faszinierenden Theorie über die Ursprünge des menschlichen Bewußtseins. Danach ist das Bewußtsein, so wie wir es kennen, noch eine relativ neue, kulturelle  Errungenschaft des Menschen und nicht das Ergebnis einer allmählichen Höherentwicklung des Gehirns seiner Vorfahren im Rahmen der Darwinschen Evolution, wie allgemein angenommen! Bewußtsein gibt es nach Jaynes nur durch die Sprache. Diese besteht wiederum vor allem aus Metaphern, also bildhaften Ausdrücken. Unbekanntes wird mit einer Metapher entsprechend seiner Ähnlichkeit mit schon Bekanntem benannt. Die Begriffsbildung erfasst immer Gegenstände der Umgebung, schreitet dabei aber auch vom konkreten Gegenstand zum abstrakten Gegenstand fort. Das Bewußtsen beginnt in dem Moment wo die Metaphern einen inneren geistigen Erlebnisraum bilden, ein Modell der äußeren Umwelt und der eigenen Person. In diesem Erlebnisraum kann man sich frei bewegen, in die Vergangenheit (bewußte Erinnerung) und in die Zukunft (Durchspielen möglicher Handlungsalternativen, planerisches Denken).

Quelle: Julian Jaynes Society (verändert)

Noch vor 3 bis 4000 Jahren konnten die Menschen zwar genauso fühlen, lernen und denken wie heute, aber  alles geschah unbewußt. Die Menschen hatten kein Selbstbewußtsein, so wie wir es heute kennen! Das erscheint erst einmal unvorstellbar und doch sprechen viele historische Befunde dafür.

In alten Texten aus dieser Zeit, zum Beispiel der Illias, der Dichtung über den Trojanischen Krieg, findet man keine Menschen, die eigene  Empfindungen ausdrücken, selbstständig Ideen entwickeln, ihre eigenen  Entscheidungen fällen und vorher bewußt darüber nachdenken. Kurz gesagt, es fehlt sehr viel von dem, was gemeinhin die Persönlichkeit eines Menschen von heute ausmacht. Stattdessen wirken die Menschen seltsam fremdbestimmt. Was immer sie zu tun und zu lassen haben, das sagen ihnen die Götter, im täglichen Leben, vor allem aber dann, wenn etwas Unerwartetes passiert, wenn es untereinander Konflikte gibt und irgendwelche persönlichen Entscheidungen anstehen. In solchen Situationen, die immer mit einem gewissen Streß verbunden sind, sprechen die Götter zu den Menschen und manchmal erscheinen sie auch vor ihren Augen. Und was die Götter sagen, das wird ohne zu zögern befolgt. Zweifel oder gar Ungehorsam, das ist praktisch undenkbar.

In der Illias erscheint den handelnden Personen (fast) immer einer der Götter, wenn es eine brenzlige Situation gibt. Ein Beispiel: Während der Belagerung Trojas unternehmen die Griechen immer wieder ausgedehnte Beutezüge in das Hinterland der Stadt. Dabei erbeutet Agamemnon, der Heerführer der   Griechen Chryseis, die Tochter  eines Priesters des Gottes Apollon. Der erzürnte Gott fordert sie von Agamemnon zurück. Dieser will  Ersatz und holt sich einfach  Briseis, die Liebligssklavin des Fürsten Achilles aus dessen Zelt.  Dieser will das nicht hinnehmen, erzürnt heftig und macht Anstalten Agamemnon zu töten. In diesem Moment erscheint ihm die Göttin Athene – nur Achilles kann sie sehen und hören –  und hält ihn davon ab. Abbildung: Reclam-Ausgabe der Illias von Homer, Übersetzung Roland Hampe (1979), Seiten 8 und 9.

Die Menschen hatten eine Bikamerale Psyche, wie Jaynes das nennt. Ihr Geist war zweigeteilt. Die Götter hatten ihren Sitz in der rechten Hirnhälfte genau gegenüber der Wernicke-Region, die zu den Sprachzentren in der linken Gehirnhälfte gehört. Ihre Botschaften und Befehle schickten sie in Form von akustischen (Stimmen), manchmal auch visuellen (Erscheinungen)Halluzinationen über eine der Komissurenbahnen (Comissura anterior zwischen den Temporallappen), welche die beiden Hirnhälften verbinden. Diese Halluzinationen waren für die bikameralem Menschen vollkommen real, denn sie konnten nicht zwischen äußeren und inneren Wahrnehmungen unterscheiden. Auf beide reagierten sie gleichermaßen.

Bikamerale Menschen hatten keinen eigenen Willen in unserem Sinne. Ihr Tun wurde stattdessen durch halluzinierte Götter gelenkt, die ihren Ursprung in der rechten Gehirnhälfte hatten. Quelle: Modelle des Menschen, Beltz-Verlag (1981)

Die Götter entstanden aus einer Verschmelzung von Erinnerungen an Eltern, Erzieher und ranghöhere Personen, egal ob diese noch lebten oder bereits verstorben waren. In allen wichtigen und kritischen Situationen, bei Gefahren, bei Konflikten untereinander, aber auch wenn es um Planungs- und Organisationsfragen ging, also immer wenn es um Entscheidungen ging, dann meldeten sich die Götter aus der rechten Gehirnhälfte und halfen weiter.

Die direkte Vorstufe aller Religionen und ihrer Götter war der Ahnenkult. Die Verehrung galt den Geistern verstorbener Mitglieder der Familie (Eltern, Großeltern) und wichtigen, höhergestellten Persönlichkeiten des Stammes (Häuptlinge und Medizinmänner) und als später die (Stadt)staaten aufkamen, den Königen und Priestern. Die Geister der verstorbenen Ahnen wurden dann im Laufe der Zeit zu Göttern.  Als Unterstützung der Erinnerung und als Auslöser von Halluzinationen dienten Bildnisse und Statuen.

Die Bikamerale Psyche kam durch eine Veränderung in der Gehirnorganisation des Menschen zustande und war eine Antwort auf die Probleme infolge des Zusammenschlusses familiärer Kleingruppen zu größeren Gruppen. Zunächst waren das  Stämme, später dann Städte und Staaten, welche so groß waren, daß sich die Individuen bei weitem nicht mehr alle persönlich kannten. Deshalb reichten die Einflußmöglichkeiten der Anführer über den rein persönlichen Kontakt nicht mehr aus. Die Führung und Koordination der Gruppe und die Beilegung von Streitigkeiten untereinander übernahmen von nun an die Götter in der rechten Gehirnhälfte eines jeden Menschen.

Codex Hammurabi: Der assyrische König Hammurabi (links) empfängt die Gesetze von einem Gott.  Der um 1700 v.Chr. vefasste Codex ist eine der ältesten Gesetzeswerke der Menschheitsgeschichte. Die Menschen haben zu dieser Zeit eine bikamerale Psyche. Sie halluzinieren Götter, die alle Entscheidungen für sie treffen und so das gesamte gesellschaftliche Leben lenken. Die Götter sprechen zu dem Menschen (akustische Halluzinationen) und gelegentlich zeigen sie sich ihnen auch (visuelle Halluzinationen).  Quelle: Wikipedia.

Das menschliche Bewußtsein im modernen Sinne entstand erst vor rund 3000 Jahren  als Folge großer Völkerwanderungen. Dabei trafen Menschen aus unterschiedlichen bikameralen Gesellschaften aufeinander, jeder mit seinen eigenen Göttern. Auslöser für die Völkerwanderungen war vor allem der verheerende Vulkanausbruch auf der Insel Santorin im Mittelmeer um 1400 v. Chr, der die ganze Insel sprengte und einen gewaltigen Tsunami auslöste. Santorin war neben Kreta eines der beiden Zentren der das östliche Mittelmeer beherrschenden, hochentwickelten Minoischen Kultur, deren Schicksal damit besiegelt war. Die Auswirkungen der Katastrophe gingen aber weit darüber hinaus. Die Vulkanasche verdunkelte überall den Himmel. Es wurde über Jahre deutlich kälter, es gab Mißernten und Hungersnöte. Der Tsunami zerstörte weite Küstenabschnitte des Mittelmeeres. Die überlebenden Menschen verliessen ihre zerstörten Städte auf der verzweifelten Suche nach einer neuen Heimat. Die Götter waren mit diesem  allgemeinen Chaos, in dem Menschen unterschiedlicher bikameraler Gesellschaften (mit jeweils verschiedenen Göttern!) durcheinandergewürfelt wurden  völlig überfordert. Den Göttern verschlug es die Sprache! Die Bikamerale Psyche brach zusammen und machte dem Bewußtsein  Platz! Die lange nach der Illias verfasste Odyssee handelt von diesen neuen bewußten Menschen, vor allem in der Person des listenreichen, pläneschmiedenen, alle seine Entscheidungen selbst fällenden Odysseus.   

500 Jahre später: Der assyrische König Tukulti-Ninurta nähert sich dem göttlichen Thron. Doch der ist leer. Die Götter schweigen. Die bikamerale Psyche des Menschen ist zusammengebrochen.  Das Bewußtsein ist erwacht. Quelle: http://www.historywiz.com/

Überall gibt es kulturelle Zeugnisse dieses Übergangs, zum Beispiel bei den Assyrern. Der berühmte König  Hammurabi (um 1700 v.Chr.) war noch bikameral. Seine berühmten Gesetzestafeln, der Codex Hammurabi nahm er  direkt von einem Gott entgegen. Sie waren nicht sein Werk. 500 Jahre später war der assyrische König Tukulti-Ninurta ganz allein auf sich gestellt. Der Thron des Gottes war leer als er sich ihm näherte. Er mußte sich auf seine neuerworbene Fähigkeit des bewußten Denkens verlassen.

Der Schritt vom bikameralen zum bewußten Geist und persönlicher Freiheit war groß. Den plötzlich ihrer Selbst bewußten Menschen fehlte die so vertraute Gegenwart der Götter, die ihnen immer gesagt hatten, was zu tun war. Viele Menschen fühlten sich oft hilflos und verlassen und versuchten zu verstehen, warum es so gekommen war. Hatten sie  ihre Götter irgendwie verärgert, ihnen nicht immer gehorcht? Gedanken wie sie auch Kinder haben, die von ihren Eltern verlassen wurden oder das zumindest fürchten müssen. Verzweifelt versuchte man die Götter mit Gebeten, Opfergaben und Unterwerfung gegenüber günstig zu stimmen. Darum drehen sich (fast) alle Religionen bis heute und das ist auch der Grund dafür, warum sie  eine oft geradezu verhängnisvolle Gehorsamsbereitschaft befördern. Durch spezielle Techniken der inneren Versenkung, welche die bewußte Wahrnehmung abschwächen, manchmal auch direkt durch berauschende Drogen versuchten die Menschen die Götter wieder zum Sprechen zu bewegen.  Mit einiger Übung gelang das auch manchmal. Auch in Träumen erschienen die Götter. Einige Auserwählte hatten auch noch ab und zu spontane Halluzinationen. Sie berichteten den anderen Menschen von ihren Begegnungen mit den Göttern und dem was diese den Menschen zu sagen hatten und galten fortan als Propheten. Ihre schriftlichen Zeugnisse  findet man in den Heiligen Büchern der Religionen.

Mohammed, der berühmteste aller Propheten, empfing durch den Engel Gabriel Offenbarungen direkt vom Gott Allah und begründete später mit dem Islam die jüngste der großen Weltreligionen. (Abbildung aus einer persischen Chronik von 1307). Erlebte Mohammed eine episodische Wiederkehr der Bikameralen Psyche!? Quelle: Wikipedia

Auch jenseits der klassischen Religionen gibt es ein Wiederaufleben der untergegangenen Bikamerale Psyche, zum Beispiel bei Kindern. Diese haben häufig sogenannte Fantasiefreunde. Diese existieren nur in der Gedankenwelt des Kindes, erscheinen ihm aber sehr real. Das können Kinder wie sie sein, Tiere, Geister oder irgendwelche anderen Figuren. Fantasiefreunde begleiten das Kind oft über Jahre und helfen ihm, indem sie Mut machen,  Trost spenden, bei Entscheidungen beraten, als Beschützer auftreten oder einfach mit Reden und Spielen die Langeweile vertreiben. Sie haben damit die Eigenschaften eines freundlichen Gottes!

Neuere Befunde aus der Gehirnforschung stützen ebenfalls die Theorie von Jaynes. Dieser hatte immer wieder darauf hingewiesen, daß der Geist Schizophrener dem der bikameralen Menschen sehr stark ähnelt. Werden Schizophrene nicht mit antipsychotisch wirksamen Neuroleptika behandelt, so erleben sie in Streßsituationen Halluzinationen wie seinerzeit der bikamerale Mensch. Bei akustischen Halluzinationen konnte nachgewiesen werden, daß zunächst der rechte Temporallappen (der Sitz der Götter im bikameralen Geist!) aktiviert wird und erst danach der linke Temporallappen (Activation of bilateral auditory cortex during verbal hallucinations in a child with schizophrenia, R. Jardri, D. Pins, C. Delmaire, J-L Goeb and P.Thomas, Molecular Psychiatry 2007)!  Genau das hatte Julian Jaynes schon vor über 30 Jahren vorhergesagt.

Jens Christian Heuer

Quelle: Der Ursprung des Bewußtseins durch den Zusammenbruch der bikameralen Psyche, Julian Jaynes. Rowohlt 1988 (auch online unter dem Titel Der Ursprung des Bewußtseins); Homer Illias, RECLAM (1979)

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Der Eichelhäher (Garrulus Glandarius) ist ein in Europa, Nordafrika, dem Nahen Osten und in Asien bis Indochina beheimateter Rabenvogel, der vorwiegend in Wäldern lebt. Er besetzt zwar ganzjährig ein Revier, verteidigt dieses aber nur während der Brutzeit. Ansonsten bilden mehrere Vögel lockere Verbände. Im Sommer ernähren sich Eichelhäher vorwiegend von tierischer Nahrung (Insekten, Vogeleier, Jungvögel, kleine Reptilien und Säugetiere), im Winter dagegen vorwiegend von pflanzlicher Nahrung (Eicheln, Nüsse, Getreide, Beeren, Steinfrüchte).

Der Eichelhäher (Garrulus Glandarius) gehört zu den Rabenvögeln (Corvidae), welche durchweg eine hohe Intelligenz besitzen. Quelle: Wikipedia

Bei einem ausgeklügelten Fütterungsexperiment der beiden britischen Verhaltensforscherinnen Lucy Cheke und Nicola Clayton an der University of Cambridge (nordöstlich von London) zeigten die Vögel Fähigkeiten, wie man sie sonst bisher nur vom Menschen und den Menschenaffen kennt. Die Eichelhäher sind offenbar in der Lage in die Zukunft voraus zu denken und entsprechend zu handeln.

Das Experiment lief in 3 Stufen über 3 Tage ab, welche mehrfach wiederholt wurden. Als Futter bekamen die Eichelhäher Erdnüsse und Rosinen (bei einzelnen Tieren, welche diese nicht mochten gab es Fettpellets) zusammen oder einzeln dargeboten. Sie bekamen zusätzlich die Möglichkeit in verschliessbaren Boxen Vorräte anzulegen. Am 1. Tag wurden die Vögel zum Beispiel mit Erdnüssen vorgefüttert. Nach einer Pause bekamen sie anschließend Erdnüsse und Rosinen vorgesetzt. Sie konnten diese direkt verzehren oder auf zwei unterschiedlich gefärbte (zum Beispiel eine rote und eine blaue) Vorratsboxen verteilen. Da sie schon eine Menge Erdnüsse vorab verzehrt hatten, hielten sich die Vögel vorwiegend an die Rosinen. Am 2.Tag gab es nur die Erdnüsse, daneben konnten sie aber auch die gesammelte Nahrung aus der roten Box entnehmen (die blaue Box blieb verschlossen). Am 3.Tag waren es dann die Rosinen und die blaue Box (die rote Box blieb verschlossen). Dann begann wieder alles von vorne mit den 3.Stufen hintereinander und dann noch einmal.

Erstaunlicherweise durchschauten die Eichelhäher die Situation.  Als ihnen wieder  Erdnüsse und Rosinen vorgesetzt wurden, verzehrten sie wegen der vorgefütterten Erdnüsse zwar wie erwartet erneut  hauptsächlich Rosinen, doch beim Anlegen der Vorräte sah das jetzt ganz anders aus. Die Vögel legten Rosinen in die rote und Erdnüsse in die blaue Box und fanden damit die einzig richtige Lösung, um an eine möglichst abwechslungsreiche Kost zu kommen! Am Folgetag, an dem es nach der Speisefolge nur Erdnüsse gab, konnten sie sich bei dem Rosinenvorrat aus der offenen roten Box bedienen, um dann wiederum einen Tag später, da gab es ja nur Rosinen, den Zugriff auf die offene blaue Box mit dem Erdnußvorrat zu haben. An allen 3 Tagen eines Durchgangs kamen die Eichelhäher also an Erdnüsse und Rosinen heran, weil sie die Speisefolge begriffen und daraus ihr optimales Handeln in der Zukunft hergeleitet hatten.

Ablauf des Fütterungsexperiments: In der 1.Stufe (stage 1), am 1.Tag wurden die Eichelhäher mit Erdnüssen (food A) vorgefüttert. Nach einer Pause bekamen die Vögel Erdnüsse und Rosinen (food A+B). Diese konnten sie nicht nur sofort verzehren, sondern es gab auch die Möglichkeit Vorräte zu sammeln und auf zwei unterschiedlich gefärbte Boxen (tray 1, tray 2) zu verteilen. In der 2.Stufe (stage 2), am 2.Tag wurden nur Erdnüsse (food A)gefüttert, aber die Vögel konnten sich an einer der beiden Vorratsboxen (tray 1) bedienen (retrieval). In der Stufe 3 (stage 3), am 3.Tag gab es nur Rosinen (food B), aber die andere Vorratsbox (tray 2) war offen (retrieval). Die Eichelhäher durchschauten die Speisefolge und planten in die Zukunft. Sie verteilten in den nächsten Durchgängen Erdnüsse und Rosinen (food A+B) so auf die Vorratsboxen, daß sie nicht nur am 1.Tag, sondern auch an den beiden Folgetagen 2 und 3 immer beides zur Verfügung hatten. So sorgten die intelligenten Vögel für eine abwechslungsreiche Kost.  Quelle: biology letters 

Eine unglaubliche Leistung, welche die Fähigkeit voraussetzt, geistig in die Zukunft zu reisen (Mental Time Travel), um zu gegebener Zeit genau das Richtige zu tun. Die Möglichkeit des Mental Time Travel ist aber zugleich auch die wichtigste Eigenschaft des menschlichen Bewußtseins. Dieses beruht auf einem inneren Erlebnisraum, in dem die äußere Umwelt  einschließlich der eigenen Person simuliert wird. Dabei ist sowohl eine Simulation der erlebten Vergangenheit für das subjektive Erinnern, als auch eine Simulation der (möglichen) Zukunft für das planerische Denken möglich. Zu beidem sind die Eichelhäher offensichtlich in der Lage. Haben die Eichelhäher – und vielleicht auch noch andere Rabenvögel, die man bisher daraufhin noch nicht näher untersucht hat – demzufolge auch ein Bewußtsein?

Jens Christian Heuer

Quelle: Eurasian jays (Garrulus glandarius) overcome their current desires to anticipate two distinct future needs and plan for them appropriately (Lucy G.Cheke and Nicola S. Clayton) in biology letters

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